Gewalt gegen Frauen und Kinder ist Ausdruck von gesellschaftlicher Benachteiligung und Machtunterschieden, die sich in Beziehungen ausdrücken. Unsere Arbeit verstehen wir auch als Beitrag zur Aufhebung von Geschlechterhierarchien.

Das Frauenhaus bietet gewaltbetroffenen Frauen und deren Kindern geschützten Wohnraum, Hilfe und Unterstützung an. In unserer Arbeit stärken und begleiten wir Frauen und Kinder bei ihrem Entwicklungsprozess hin zu mehr Autonomie. Wir bringen das Thema „Gewalt gegen Frauen“ im öffentlichen, gesellschaftlichen und politischen Raum ein.

Unser Ziel ist es auf politische Willensbildung und Umsetzung einzuwirken, um Lebens- und Handlungsspielräume für Frauen zu erweitern.

Die Problematik der Zielgruppe erfordert auf der Grundlage unserer Erfahrungen und der Ergebnisse von wissenschaftlicher Frauenforschung eine besondere Methodik:

1. Schutz- und Wohnraum
Unser Frauenhaus bietet einen vor weiteren Übergriffen und Gewalttaten geschützten Wohnraum. Schutz und Sicherheit sind unabdingbare Voraussetzungen für die Betroffenen, um Gewalterfahrungen zu verarbeiten und Kontrolle über das eigene Leben wiederzuerlangen. Wir wollen unter Wahrung der Privatsphäre einen Erfahrungsaustausch mit anderen betroffenen Frauen und Kindern und die gegenseitige Hilfestellung fördern.

2. Parteilichkeit
Wir nehmen die Gewalterfahrungen der Frauen und Kinder ernst und beziehen Stellung gegen Gewalt, Dominanz und Zwangsverhältnisse. Frauen und Kinder werden bei der Wahrnehmung ihres Rechts auf körperliche und seelische Unversehrtheit durch eine parteiliche Grundhaltung unterstützt.

3. Ganzheitlichkeit
Unsere Arbeit basiert auf der Analyse von gesellschaftlicher Benachteiligung von Frauen und Kindern, Machtverhältnissen in Geschlechterbeziehungen und geschlechtsspezifischem Rollenverhalten. Sie richtet sich in der Folge auf materielle, physische, psychische und soziale Stabilisierung und somit auf das Wohlbefinden jeder einzelnen Frau und jedes einzelnen Kindes.

4. Empowerment und Ressourcenorientierung
Unsere Arbeit orientiert sich weiterhin an den individuellen Stärken, Ressourcen und Fähigkeiten der Frauen und Kinder. Auf dieser Grundlage wird die Persönlichkeit im Sinne von Selbstermächtigung gestärkt und gefestigt und Handlungsmöglichkeiten werden erweitert.

5. Beziehungsorientierung
Gewaltbetroffene Frauen sind häufig sozial isoliert und haben aufgrund ihrer Erfahrungen das Vertrauen in die Tragfähigkeit von Beziehungen verloren. Das Frauenhaus bietet die Chance, neue vertrauensvolle Beziehungen zu entwickeln und gleichzeitig Autonomie zu bewahren und zu stärken.

Petitionsübergabe der Kampagne #RaufDiePlätze der LAG autonomer Frauenhäuser NRW im MKJFGFI am 06. Februar 2024

Die Landesarbeitsgemeinschaft Autonomer Frauenhäuser in NRW startete am 08. März 2023 die Kampagne ‚Rauf die Plätze, fertig, los!‘, um auf die aktuell bestehenden Zugangshürden zu Frauenhäusern aufmerksam zu machen.
 
Solange es Gewalt gegen Frauen und deren Kinder gibt, solange braucht es Frauenhäuser, die schnell und unbürokratisch Schutz und Unterstützung in ein gewaltfreies und selbstbestimmtes Leben bieten können. Beides wird manchen Frauen jedoch strukturell aus verschiedenen Gründen verwehrt. Zum einen werden die gewaltbetroffenen Frauen oftmals für die Finanzierung ihres Frauenhaus-Aufenthaltes verantwortlich gemacht, da es keine bundeseinheitlich pauschale Finanzierungssicherheit gibt. Die anfallenden Frauenhaus-Kosten werden oft durch sogenannte Tagessätze auf die Frauen übertragen, wodurch für Frauen ohne Sozialleistungsanspruch Gewaltschutz unbezahlbar werden kann. Gewaltschutz ist aber keine Sozialleistung, sondern eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung. Die Gesellschaft muss dieser Verantwortung endlich in Form einer einzelfallunabhängigen Finanzierung nachkommen.
 
Zudem fehlen landes- sowie bundesweit in hohem Maße Schutzplätze. Weitere Zugangshürden, wie z.B. fehlende Barrierefreiheit der Räumlichkeiten, erschweren den Frauenhauszugang zusätzlich.“Wir wollen Frauen effektiven Schutz und qualifizierte Hilfe bieten. Seit Jahren ist die Finanzierung von Unterkunft und Beratung nicht gesichert. Bürokratische Hürden und finanzielle Engpässe erschweren uns unsere wichtige Arbeit zum Schutz und zur Unterstützung der Frauen. Deshalb fordern wir, dass alle Frauenhäuser als Einrichtungen auf gesetzlicher Grundlage verlässlich finanziert werden sowie räumlich und personell gut und barrierefrei ausgestattet sind.”,so die Kampagnen-Sprecherinnen der LAG Autonomer Frauenhäuser NRW. 
 
Gewaltschutz ist kein Luxus: Frauenhausplätze kostenfrei zur Verfügung stellen!
Um unseren Forderungen mehr Ausdruck zu verleihen, starteten wir unter diesem Slogan im Rahmen unserer Kampagne eine Petition, die die Forderung eines dringenden Abbaus der oben genannten Zugangshürden an Josefine Paul, Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen, und Hendrik Wüst, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen stellte.
 
Am 06. Februar werden Mitarbeiterinnen der LAG autonomer Frauenhäuser in NRW die Petition mit über 10.000 Unterschriften im Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen an Frau Wehrhöfer und Frau Kuntzsch übergeben.
 

 
 
 
Frauenhäuser beziehen Stellung gegen den geplanten Asylkompromiss
Die Pläne für eine Reform des europäischen Asylsystems (GEAS), auf die sich der EU-Rat am 8. Juni 2023 einigte, stehen den Menschenrechten von Geflüchteten und dabei besonders von vulnerablen Gruppen wie asylsuchenden Frauen, Müttern, Mädchen, Kindern, Menschen mit Behinderungen und Menschen aus den LSBTIQA* Communitys entgegen. Am 1. Juni 2023 trat die Europäische Union der Istanbul-Konvention (IK) bei. Damit ist nicht nur in Deutschland, sondern auch auf EU-Ebene der umfassende Schutz von Frauen und Mädchen vor Gewalt gesetzlich verankert. Dieser Schutz der Istanbul-Konvention ist ausdrücklich diskriminierungsfrei für alle, auch für asylsuchende Frauen und Mädchen in der EU umzusetzen. Der geplante Asylkompromiss ist hiermit nicht vereinbar.
Hier finden Sie die BIK-Stellungnahme, die von den Autonomen Frauenhäusern mitunterzeichnet wurde: BIK-Stellungnahme-GEAS
 
 
 
Die Essener Frauenunterstützungseinrichtungen gegen Gewalt informieren über ihre Angebote
Das Video ist in Kooperation mit dem „Runden Tisch Häusliche Gewalt Essen“ erstellt worden. Es richtet sich mit Hilfe von Untertiteln und Gebärdensprache ausdrücklich auch an Frauen mit Hörbeeinträchtigungen.
 
 
 
DIE „WEGGEFÄHRTIN“ – EINE BROSCHÜRE FÜR FRAUEN AUF DEM WEG IN EIN SELBSTBESTIMMTES GEWALTFREIES LEBEN
Die „Weggefährtin“ bietet Hilfen für Frauen nach der Trennung vom gewalttätigen Partner und bei der Suche, der Anmietung und dem Bezug einer neuen Wohnung. Die Broschüren stehen hier in fünf verschiedenen Sprachen zum Download bereit:
 
WARNUNG VOR SPENDENANFRAGEN IN UNSEREM NAMEN BEI EBAY UND AN DER HAUSTÜR
Wiederholt sind wir darauf aufmerksam gemacht worden, dass Ebay-Verkäuferinnen von (Schwangerschafts-)Kleidung angefragt wurden, diese für das Essener Frauenhaus zu spenden. Auch wurde wiederholt an Haustüren um Spenden für das Essener Frauenhaus gebeten.
 
Hierbei handelt es sich um Betrug. Wir führen weder Haustürsammlungen durch, noch schreiben wir gezielt Internet-VerkäuferInnen mit der Bitte um Spenden an. Wir zeigen jeden Betrug an, der uns bekannt wird.
 

Wir beantworten gerne Ihre Fragen, berichten über unsere Einrichtung und die Situation von Gewalt betroffener Frauen und deren Kinder.

Auf Anfrage nehmen wir als Referentinnen an Öffentlichkeitsveranstaltungen teil.

Wir vertreten die Interessen von Opfern häuslicher Gewalt öffentlich und informieren über Rechte, Schutzmöglichkeiten und Unterstützungsangebote.

Gewalt durch Beziehungspartner hat viele Gesichter:

  • schlagen, stoßen, würgen, mit einer Waffe bedrohen
  • mutwillige Zerstörung der Wohnungseinrichtung oder persönlicher Sachen
  • drohen, einschüchtern: „Ich bringe dich um, wenn du mich verlässt!“ – „Ich nehme dir die Kinder weg!“
  • beschimpfen, abwerten, in der Öffentlichkeit diffamieren oder lächerlich machen
  • dauernde Anrufe, Bespitzelung, Verfolgung, Belästigung
  • unbegründete Eifersucht, zu Hause einsperren, Umgang mit Freunden verbieten
  • Geld vorenthalten, Papiere wegnehmen, kontrollieren
  • zu sexuellen Handlungen zwingen

Wenn Ihnen solche Dinge geschehen, können Sie Hilfe in Anspruch nehmen.

Niemand kann Sie zwingen, Gewalt in Ihrer Partnerschaft hinzunehmen. Auch eine Verheiratung gegen Ihren Willen darf nicht erzwungen werden.

Häusliche Gewalt, Vergewaltigung – auch in der Ehe – sind „Offizialdelikte“, das bedeutet, dass die Polizei eine Anzeige aufnimmt, wenn sie davon Kenntnis erhält.

Betroffene haben Anspruch auf Schutz und Zuflucht in einem Frauenhaus. Sie können aber auch den Täter der Wohnung verweisen lassen und die alleinige Nutzung der Wohnung beantragen.

Beratung und weitere Informationen bekommen Sie bei den Mitarbeiterinnen vom Frauenhaus.

Die Rufnummer 0201 66 8686 kann Tag und Nacht angerufen werden.

Wenn Sie ins Frauenhaus möchten, beschreiben wir Ihnen den Weg zu einem Treffpunkt, von dem wir Sie abholen.

Die Adresse des Frauenhauses ist nicht öffentlich.

Wenn bei uns aktuell kein Platz frei sein sollte, bekommen Sie unter dieser Rufnummer Auskunft darüber, in welchem Frauenhaus in der Umgebung zu dem Zeitpunkt Plätze frei sind.

Sie können sich auch im Internet informieren:

E-Mail
Wenn eine Person, die Sie bedroht, Zugang zu Ihrem E-Mail- Account hat, kann diese Ihre ein- und ausgehenden E-Mails lesen. Wenn Sie wollen, dass Ihr Account vor fremdem Zugriff sicher ist, verwenden Sie ein Passwort, das nicht leicht zu erraten ist. Am besten eine Kombination aus Buchstaben und Zahlen.

Wenn Sie von einer Person E-Mails mit Drohungen oder Belästigungen erhalten, drucken Sie diese aus, um im Notfall einen Beweis zu haben.

Spuren im Internet verwischen

Verlauf/Cache
Ihr Internetbrowser speichert Informationen, Daten und Grafiken von Webseiten, die Sie zuletzt besucht haben. Damit andere Personen diese nicht nachverfolgen können, löschen Sie die gespeicherten Daten über die Einstellungen Ihres Browsers.

Internet Explorer
Klicken Sie auf das Menü „Extras“. Klicken Sie auf „Browserverlauf löschen“, wählen Sie die zu löschenden Dateien aus (am besten klicken Sie alle an) und klicken abschließend auf „löschen“.

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Diesen auswählen und nochmal auf „Cookies und Daten löschen“
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Android-Smartphone
Öffnen Sie die Internet-App auf dem Smartphone oder Tablet. Unter älteren Android-Versionen heißt diese oftmals „Browser“.
Tippen Sie auf die Menü- bzw. Options-Taste des Smartphones.
Danach auf „Einstellungen“ klicken und die Schaltfläche „Datenschutz“ aufrufen.
Hier auf „Persönliche Daten löschen“ klicken.
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Mozilla Firefox
Klicken Sie auf das Menü „Extras“, dann auf „neueste Chronik löschen“. Hier können Sie wählen, ob „die heutige Chronik“, die „letzte/n Stunde/n“ oder „Alles“ gelöscht werden soll. Klicken Sie abschließend auf „Jetzt löschen“.

Trotz dieser Hinweise ist es möglich, dass Ihre Spuren nicht vollständig verwischt sind. Viele Browsertypen haben noch andere Möglichkeiten, um besuchte Webseiten zu speichern und anzuzeigen.

Am sichersten ist es daher, Internetinformationen an einem öffentlichen Ort (z. B. Internet-Café, am Arbeitsplatz oder bei einer Person, der Sie vertrauen) abzurufen.

Aber auch dort sollten Sie den Cache wie oben beschrieben löschen.